Instrumente im Flugzeug

Musikerinnen und Musiker reisen zu ihren Auftrittsorten oft im Flugzeug. Der Transport ihrer wertvollen Instrumente ist eine heikle Angelegenheit. Damit die Instrumente nicht beschädigt werden, können Musiker bei vielen Fluggesellschaften kleinere Instrumente wie Violinen oder Trompeten im Handgepäck mitnehmen. Die Länge der Instrumentenkästen überschreitet in der Regel kaum das maximale Standardmaß von 55 Zentimetern. Durch die schlanke Kastenform ist es möglich, sie ganz hinten in der oberen Ablage zu verstauen, sodass davor noch weiteres Handgepäck liegen kann.

Doch immer wieder kommt es vor, dass Musikern kurz vor Flugbeginn mitgeteilt wird, die Mitnahme ihres Instruments in der Kabine sei nur bei Buchung eines weiteren Sitzes oder als Reisegepäck im Frachtraum möglich. Diese Praxis ist mit Ausnahme einiger Billigfluggesellschaften eigentlich nur für größere Musikinstrumente wie Violoncelli oder Tuben geläufig.

Europäischer Rat tritt auf die Bremse

Das eigentliche Problem ist die europäische Rechtslage. Sie überlässt die Entscheidung momentan den nationalen Fluggesellschaften. Aus Sicht der DOV ist eine einheitliche Regelung zur Mitnahme wertvoller Instrumente im Passagierraum überfällig. Denn schlechte oder unsichere Transportbedingungen behindern Orchester oder freischaffende Musikerinnen und Musiker, die im internationalen Konzertbetrieb mitmischen. Im Extremfall müssen sie geplante Tourneen absagen.

Das Europäische Parlament stimmte am 5. Februar 2014 mit großer Mehrheit einer besseren Regelung zu. Doch der Europäische Rat blockiert die Verordnung zur kostenlosen Mitnahme von Musikinstrumenten im Handgepäck. Er will trotz Parlamentsbeschluss die Instrumentenmitnahme weiterhin den Fluggesellschaften überlassen. Ohne die Zustimmung des Europäischen Rats kann die Verordnung nicht in Kraft treten.

Airlines mit Sitz in den USA haben bereits eine musikerfreundliche Geschäftspolitik. Dort gilt seit 2015 die einheitliche gesetzliche Regelung, nach der jedes Instrument, das in einem Gepäckraum oder unter dem Sitz vor dem Passagier platziert werden kann, an Bord akzeptiert wird.

DOV und FIM machen Druck

  1. Wir stehen in direktem Kontakt mit nationalen Fluggesellschaften, mit denen Musikerinnen und Musiker besondere Probleme haben. Ziel ist, in den Geschäftsbedingungen musikerfreundliche Regelungen zu fixieren und damit Rechtssicherheit zu schaffen.
  2. Auf EU-Ebene engagieren wir uns in Brüssel seit mehreren Jahren über den weltweiten Dachverband der nationalen Musikergewerkschaften Fédération Internationale des Musiciens (FIM), unseren Einfluss auf die europäische Gesetzgebung geltend zu machen. Um mehr Druck für eine verlässliche Rechtsgrundlage zu schaffen, initiierte die FIM eine Petition.
  3. Die FIM hilft Musikerinnen und Musikern bei der Planung ihrer Flugreisen mit einer aktuellen Liste der wichtigsten Fluggesellschaften, die entsprechend ihrer Handgepäckpolitik bewertet sind.
  4. Seit 2017 vergibt die Internationale Musikergewerkschaft den FIM Airline of Choice Award. Der Preis ehrt Fluggesellschaften, die professionellen Musikern einen guten Service für den Transport ihrer wertvollen Instrumente bieten.
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