Instrumente & Artenschutz

Das Washingtoner Artenschutzabkommen CITES (Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora, deutsch: Übereinkommen über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten freilebender Tiere und Pflanzen) von 1973 soll zur Nachhaltigkeit des internationalen Handels mit Tieren und Pflanzen beitragen.

Das Abkommen stellt bedrohte Pflanzen und Tiere unter besonderen Schutz. Zum Beispiel existiert ein Handelsverbot für Stoßzähne von Elefanten, die aus Elfenbein bestehen. Elfenbein oder andere Materialien von geschützten Arten, können auch in Musikinstrumenten verarbeitet sein. Deshalb ist bei Auslandsreisen mit Instrumenten eine sogenannte CITES-Genehmigung erforderlich.

  • CITES-Genehmigung gehört ins Reisegepäck

    Diese Genehmigung erteilt das Bundesamt für Naturschutz nur, wenn der Eigentümer das Instrument vor dem Zeitpunkt erwarb, zu dem das entsprechende Material unter Schutz gestellt wurde.

    Vor dem Genehmigungsantrag muss ein Instrumentenbauer alle Materialien des Instruments begutachten. In der Regel macht das der eigene Instrumentenbauer, denn er kennt das Instrument am besten. Ist die Herkunft aller Materialien geklärt, füllt der Instrumentenbauer ein Formular aus; die in Englisch verfasste Declaration of Material.

    Mit der Erklärung des Instrumentenbauers kann der Eigentümer beim Bundesamt für Naturschutz eine CITES-Bescheinigung für die Ein- und Ausreise beantragen. Sie gilt drei Jahre und berechtigt zur mehrfachen Ein- und Ausfuhr des Instruments innerhalb der EU und in alle 182 CITES-Vertragsstaaten.

  • Frachtgut braucht auch eine CITES-Bescheinigung

    Für Instrumente, die als Fracht versendet werden, ist eine sogenannte Wanderausstellungsbescheinigung notwendig. Das Bundesamt für Naturschutz weist darauf hin, dass Erstanträge mindestens drei Monate vor einer geplanten Konzerttournee eingereicht werden sollten.

    Bei Konzertreisen von Orchestern, die im Rahmen eines Arbeitsverhältnisses durchgeführt werden, trägt der Arbeitgeber die Kosten.

  • Palisanderholz gehört zu den geschützten Arten

    Zu den geschützten Holzarten gehört seit längerem Rio-Palisander-Holz. Auf der CITES-Konferenz im Herbst 2016 wurde die Aufnahme aller Palisander-Arten beschlossen. Palisander-Holz wird vor allem beim Bau von Gitarren verwendet, aber auch bei Streichinstrumenten, Marimbaphonen oder Xylophonen. Die Änderung trat völkerrechtlich am 2. Januar 2017 in Kraft, muss aber noch in europäisches und nationales Recht umgesetzt werden. Danach müssen alle Instrumente mit Palisander für den Handel in ein EU-Drittland gekennzeichnet werden.

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