Gutes Notenmaterial für Orchester

Gutes Notenmaterial ist neben dem Instrument das wichtigste Arbeitsmittel für Orchestermusikerinnen und -musiker. Schlecht lesbare oder gar fehlerhafte Noten erhöhen den Probenaufwand und kosten damit zusätzliches Geld. Deshalb hat die DOV gemeinsam mit dem Deutschen Musikverleger-Verband Grundsätze für die Erstellung von Notenmaterial für den Orchesterbetrieb aufgestellt.
  • 1. Format

    Wünschenswert sind das klassische Folio-Format oder das Bach-Format.
    27 x 36 cm sollen möglichst nicht überschritten werden.
    Das DIN A 4-Format soll nicht verwendet werden.

  • 2. Papier

    Für Noten soll nur Papier von guter Qualität verwendet werden. Es muss für Einzeichnungen sowie für das Radieren gleichermaßen geeignet sein. Es sollte grundsätzlich nur blendfreies und leicht chamois getöntes Papier verwendet werden.

  • 3. Einband

    Der Einband ist so zu wählen, dass die jeweils umgewendete Seite liegen bleibt.
    Das Umblättern soll geräuschlos möglich sein.
    Die erste und letzte Seite darf nicht am Deckel oder am Vorsatzpapier befestigt werden. Derartige Seiten wellen sich oder brechen.

  • 4. Farbe des Notendrucks

    Für den Notendruck soll nur tiefschwarze Farbe verwendet werden.

  • 5. Abstand der Notenlinien

    Rastral 0 (8,5 mm) oder Rastral 1 (8 mm) sind die angemessenen Größen für Streicher, Harfe, Pauker und Schlagzeuger.
    Für Bläser ist auch Rastral II (7,5 mm) noch empfehlenswert.
    Absolute Mindestgröße für alle Orchesterstimmen sollte ein Abstand von 7,5 mm sein, für handschriftliche Noten 8 bis 9 mm.

  • 6. Notensysteme

    Die einzelnen Notensysteme sollen so weit auseinanderliegen, dass die Musiker unterhalb und oberhalb der Noten ihre persönlichen Einzeichnungen anbringen können. Der Abstand zwischen den tiefsten Noten eines Systems und den höchsten Noten des darunter liegenden Systems soll mindestens 8 mm betragen.
    Die unbedruckten Randzonen des Notenblattes sollten seitlich mindestens 2 cm, oben und unten mindestens 3 cm breit sein.

  • 7. Raumaufteilung

    Leersysteme sollten möglichst vermieden werden.

  • 8. Notenzeichen

    Die Notenköpfe sollen grundsätzlich in runder oder ovaler Gestalt den Raum zwischen zwei Notenlinien komplett ausfüllen.
    Die Notenhälse sollen in der Regel drei Zwischenräume lang sein. Ausnahmen sind bei durch Balken verbundene Noten zulässig. Die Strichstärke soll auf keinen Fall dicker als die der Notenlinien sein.
    Stichnoten müssen sich deutlich vom normalen Notenbild unterscheiden und trotz der Verkleinerung inklusive der Taktstriche gut lesbar sein.
    Die Unterteilung langer Pausenpassagen in sinnzusammenhängende Gruppen ist übersichtlicher und erspart oft auch Stichnoten.
    Die übereinander liegenden Balken müssen deutlich voneinander getrennt sein. Sie müssen immer eine Notenlinie berühren, wenn sie waagerecht gezogen werden.

  • 9. Notendichte

    Der Abstand zwischen den einzelnen Noten sollte 1,5 Rastral Zwischenraum nicht unterschreiten.
    Wo Vorzeichen vor den Noten stehen, sind die Abstände entsprechend zu vergrößern.
    Der Abstand sowohl der Noten als auch der Pausenzeichen zu den Taktstrichen ist entsprechend dem Abstand der Noten untereinander anzupassen.
     

  • 10. Vorzeichen

    Die Vorzeichen müssen auf der gleichen Höhe wie die Noten liegen, zu denen sie gehören. Besonderes Augenmerk ist auf die deutliche Unterscheidung zwischen Kreuzen und Auflösungszeichen zu richten. Die Größe der Vorzeichen soll der jeweiligen Notengröße entsprechen.

  • 11. Kopf- und Taktstriche

    Kopf- und Taktstriche sollen deutlich stärker sein als Notenhälse und Notenlinien.
    Taktbezeichnung und -wechsel sollen generell im System stehen.

  • 12. Pausen

    Pausenzahlen sind so groß in einer Schrift zu wählen, dass sich alle Zahlen deutlich voneinander unterscheiden lassen und Verwechslungen ausgeschlossen sind.
    Wenn innerhalb längerer Tacet-Stellen verschiedene Taktarten vorkommen, so sind diese auszuschreiben.
    Ausnahmen sollen erfolgen, wenn das musikalische Geschehen genügend Orientierungspunkte ergibt. Diese sind in Form von Stichnoten darzustellen.

  • 13. Wendestellen

    Auf den Schluss der zu wendenden Seite sollen Pausentakte fallen, um dem Musiker Zeit zu geben, ohne Hast und geräuschlos zu wenden.

    Herausklappbare Seiten sind, wenn möglich, zu vermeiden.

  • 14. Dynamik / Spielanweisungen

    Dynamische Zeichen müssen sich vom Notentext deutlich und lesbar abheben und sollten unter den Notenlinien stehen, Spielanweisungen (zum Beispiel arco, pizz.) über den Notenlinien.

  • 15. Taktzahlen / Studierbuchstaben

    Taktzahlen sollen möglichst am Anfang jeder Zeile gedruckt werden. Sie sollen nicht in den Notentext hineinragen.
    In Abständen von etwa 16 bis 20 Takten sollen, den musikalischen Phrasen entsprechend, Probierziffern oder -buchstaben eingesetzt werden. Die Kombination von Taktzahlen und Buchstaben erleichtert das schnelle Auffinden von Stellen beträchtlich.

  • 16. Handschriften / Kopien

    Handschriften sollten möglichst den vorgegebenen Kriterien entsprechen.
    Für Kopien gilt das Gleiche.

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