Aktuelle Meldungen

Lehrbeauftragte pochen weiter auf faire Arbeitsverhältnisse an Musikhochschulen

Festanstellungen und Umwandlung von Lehraufträgen in privatrechtliche Verträge sind überfällig

Am 24. und 25. Oktober hat die 11. Bundeskonferenz der Lehrbeauftragten an Musikhochschulen (bklm) stattgefunden, diesmal als Video-Konferenz, ausgerichtet von der HMT Rostock. Fazit war: Die Corona-Pandemie zeigt überdeutlich die prekäre Situation der Lehrbeauftragten auf. Eine signifikante Umwandlung der Lehraufträge in privatrechtliche Verträge und Festanstellungen sind mehr als überfällig. Mit Sorge sieht die bklm die Entwicklungen in NRW, wo die bisherige Regelung – Durchbezahlung und soziale Absicherung – abgebaut werden soll.

Im Mittelpunkt der Konferenz standen die Umsetzung der Stuttgarter Reformatio und die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Lehrbeauftragten. In intensiven Gesprächen tauschten sich Vertreter*innen der Lehrbeauftragten an Musikhochschulen und vergleichbaren akademischen Einrichtungen über die Entwicklungen seit der 10. bklm vor einem Jahr aus.

Dabei wurde deutlich, dass es in keinem Bundesland entscheidende Schritte in Bezug auf die Stuttgarter Reformatio gegeben hat. Die Pandemie-bedingte Umstellung des Lehrangebots auf verschiedenartige Online-Formate sowie deren Durchführbarkeit und Akzeptanz durch die Studierenden im Sommersemester 2020 hat zudem dazu geführt, dass ein beträchtlicher Teil der im Lehrauftrag vereinbarten Stunden nicht gehalten und damit auch nicht vergütet werden konnte.

Hauptthemen der Podiumsdiskussion am Sonntagvormittag waren Hochschulfinanzierung bzw. Stellenschaffung, Bedeutung von Kunst und Kultur sowie die Corona-Pandemie. Unter der Moderation von Ludwig Hartmann (NDR) fand dazu ein Austausch statt zwischen Prof. Rico Gubler (Präsident der Musikhochschule Lübeck), Prof. Dr. Reinhard Schäfertöns (Rektor der HMT Rostock), Susanne Bowen (Staatssekretärin im Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur in Mecklenburg-Vorpommern), Dr. Johannes Kalbe (Bündnis 90/DIE GRÜNEN), Daniel Peters (CDU, MdL), Jan-Christian Hübsch (Jurist der DOV), Ulrike Höfer (Sprecherin der bklm), Hayo Keckeis (Sprecherteam bklm).

In das neue Sprecherteam wurden gewählt: Ulrike Höfer und Birgit Schmieder als Sprecherinnen, Gottfried Engels, Elisabeth Fürniss, Sebastian Haas, Hayo Keckeis und Yumiko Yamamoto als weitere Mitglieder des Sprecherteams. Beschlossen wurden auch weitere Schritte zur formalen Integration von Lehrbeauftragten in die bklm, die an mit Musikhochschulen vergleichbaren akademischen Einrichtungen lehren. Diese sind zukünftig auch für eine Sprecherposition im bklm-Team wählbar.

Kontakt:
Birgit Schmieder
Mobil 0175 / 203 46 04
E-Mail birgit.schmieder@gmx.net

 

Gesundheitsschutz während der Corona-Krise

11.06.2020 Die aktuelle Situation stellt Lehrbeauftragte vor große Herausforderungen. Wie zum Beispiel kann Präsenzunterricht unter Beachtung der Vorgaben des Gesundheitsschutzes aussehen? Anregungen können Lehrende an Musikhochschulen in einer Zusammenstellung von Vorschlägen und Erkenntnissen verschiedener medizinischer Institute, Einrichtungen und Verbände finden. Diese Synopse wurde von der Arbeitsgruppe Gesundheit und Prophylaxe der DOV erarbeitet.

Zu den Empfehlungen für Proben und Aufführungen von Orchestern und Chören (Synopse) gehts hier (Teil 1) und  hier (Teil 2) .

 

Landesrektorenkonferenz Sachsen: Status der Lehrbeauftragten muss gestärkt werden – Forderung von DOV und BKLM

03.06.2020 Faire Arbeitsbedingungen schaffen und Leistungen von Lehrbeauftragten an Musikhochschulen anerkennen – diese Forderungen adressierten Vertreter*innen von BKLM und DOV im Rahmen der Klausurtagung der Landesrektorenkonferenz Sachsen. An der Veranstaltung am 2. Juni nahmen Sebastian Haas (HfM Dresden), Mechthild Winter (HMT Leipzig) und Jan-Christian Hübsch (DOV) teil. Die Landesrektorenkonferenz Sachsen ist der Zusammenschluss aller sächsischen Hochschulleitungen. Sie sichert das Zusammenwirken der Hochschulen bei der Erfüllung ihrer Aufgaben und versteht sich als ihre Stimme in der Öffentlichkeit.

Abkehr vom öffentlich-rechtlichen Dienstverhältnis eigener Art durch Anpassung der entsprechenden Rechtsgrundlage im sächsischen Hochschulfreiheitsgesetz

Die Klausurtagung wurde wegen der Coronakrise als Online-Konferenz organisiert. Die zentrale Botschaft lautete: Abkehr vom öffentlich-rechtlichen Dienstverhältnis eigener Art durch Anpassung der entsprechenden Rechtsgrundlage im sächsischen Hochschulfreiheitsgesetz. Denn nur, wenn das gesetzlich vorgeschriebene Zwangskorsett des einseitig verpflichtenden Lehrauftrags abgelegt wird, ist Raum für faire Arbeitsbedingungen. Das Rechtsverhältnis würde dann nämlich mit arbeitsrechtlichen Maßstäben gemessen.

Wie notwendig Handeln ist, hoben Haas, Winter und Hübsch hervor, indem sie Personalmitteleinsatz und Lehranteil zahlenmäßig ins Verhältnis setzten: Während der Anteil der Lehrbeauftragten an der Lehre in den letzten Jahren konstant bei knapp unter 50 Prozent an den Standorten HMT Leipzig und HfM Dresden liegt, wurde für die Honorierung dieser Leistung nur ein Bruchteil der gesamten Personalmittel eingesetzt. Der für Vergleichszwecke rechnerisch ermittelte Stundensatz spricht ebenfalls eine deutliche Sprache.

DOV und BKLM fordern: Schluss mit leerer Lehre!

Insgesamt ist wieder einmal deutlich geworden, dass für viele Lehrbeauftragte der Slogan Leere Lehre leider noch immer gilt, den DOV und BKLM bereits zum Bundesweiten Aktionstag 2014 in die Öffentlichkeit trugen. Es muss endlich Verbesserungen geben. Durch kluge und gezielte Maßnahmen.

 

Status der Lehrbeauftragten in NRW in Gefahr

20.04.2020 Dank ihrer wachsamen Mitglieder beobachtet die DOV in Nordrhein-Westfalen gegenwärtig eine kritische Entwicklung. Der rechtliche Status von Lehrbeauftragten an Musikhochschulen soll sich nach dem Willen der NRW-Regierungskoalition verschlechtern und an den Status angepasst werden, der in anderen Bundesländern gilt. Damit wäre insbesondere der ersatzlose Wegfall von wichtigen, über Jahre erkämpften Errungenschaften verknüpft, zum Beispiel die personalrechtliche Vertretung von Lehrbeauftragten.

Die Statusanpassung soll dem Vernehmen nach unter dem Deckmantel einer schon immer gestellten wichtigen Forderung realisiert werden: Dauerstellen für Daueraufgaben. So sollen zwar mehr Dauerstellen für Daueraufgaben geschaffen werden. Gleichzeitig aber soll der Anteil an Lehrbeauftragten reduziert werden – verbunden mit der beschriebenen „Anpassung nach unten“. Als die Angelegenheit im Wissenschaftsausschuss des Landtags Mitte Januar auf der Tagesordnung stand, wurde seitens des zuständigen Ministeriums argumentiert, das jetzige System in NRW befinde sich in einer Grauzone, die niemandem guttue. Da die Unzufriedenheit steige, obgleich immer wieder versucht wurde, mehr zu geben, werde nunmehr versucht, die Situation auf ein „sauberes System“ zurückzuführen, um Möglichkeiten einer dauerhaften Beschäftigung, aber auch selbstständige Beschäftigungsverhältnisse durch Lehrbeauftragte zu bieten.

Eine solche Entwicklung würde zu Folgendem führen:

  • Wegfall des Status eines Lehrbeauftragten als Mitglied der Hochschule
  • Aufgabe der vergleichsweise längeren Vergabepraxis von Lehraufträgen
  • Ende der sozialverträglicheren „Durchbezahlung“ von Lehrbeauftragten
  • Systemwechsel bei der Sozialversicherungspflicht: Versicherung nur noch als Selbstständige über die Künstlersozialkasse (KSK).

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In einem Schreiben an die zuständige Ministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen bewertete die DOV dies nicht nur als politisch schwierige Entwicklung, sondern auch als Signal der fehlenden Wertschätzung gegenüber den betroffenen Kolleginnen und Kollegen, die – ob politisch gewollt oder nicht – in der Praxis den Lehrbetrieb an den Hochschulen in erheblichem Umfang sichern.

Ergänzt wurde das Schreiben durch eine aktuelle Erhebung der tatsächlich gezahlten Honorare für Lehrbeauftragte an Musikhochschulen. Sie ergibt, dass im bundesweiten Vergleich durchschnittlich 45,40 Euro pro erteilter Unterrichtsstunde gezahlt werden. Es besteht Anlass zu der Vermutung, dass das zuständige Ministerium von unzutreffenden Zahlen ausgeht. Und schließlich bot die DOV ihre Unterstützung bei der Durchführung von praxistauglichen Umfragen an, um sich ein Meinungsbild der Betroffenen in NRW zu verschaffen.

DOV und bklm werden ihre kritische Beobachtung fortsetzen und weiter engagiert für die Lehrbeauftragten an Musikhochschulen im gesamten Land eintreten.

 

Corona-Krise: Honorarzusage trotz Unterrichtsausfall für Lehrbeauftragte an Musikhochschulen in Bayern

03.04.2020 Der Bayerische Wissenschafts- und Kunstminister Bernd Sibler (CSU) hat vor kurzem im Interview mit BR-Klassik erklärt, dass er alle Hochschulen, auch die Kunst- und Musikhochschulen, „ermuntert" habe, „großzügig und flexibel unterwegs zu sein", wenn es um die Zahlung der Honorare geht. Die Deutsche Orchestervereinigung und die Bundeskonferenz der Lehrbeauftragten an Musikhochschulen werden beobachten, ob die ministerielle Ermunterung tatsächlich Früchte trägt. Das Interview fand am 1. April statt.

Denn von Rechts wegen dürfen Lehrbeauftragte grundsätzlich keine Weiterzahlung der Honorare beanspruchen. Das liegt an ihrem prekären Rechtsstatus. Lehrbeauftragte sind keine Arbeitnehmer. Nur für Arbeitnehmer gilt, dass der Arbeitgeber grundsätzlich weiter zur Entgeltzahlung verpflichtet bleibt, wenn die Arbeitnehmer arbeitsfähig und arbeitsbereit sind, der Arbeitgeber sie jedoch aus Gründen nicht beschäftigen kann, die in seiner betrieblichen Sphäre liegen (sog. Betriebsrisikolehre, § 615 Satz 3 BGB). Nach Auffassung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales zählen dazu auch die Fälle, in denen es aufgrund von COVID-19-Erkrankungen zu erheblichen Personalausfällen oder Versorgungsengpässen käme, in deren Folge der Arbeitgeber die Betriebstätigkeit vorübergehend einstellen würde. Was bedeutet das konkret? Wer Arbeitnehmer ist, darf Lohnfortzahlung beanspruchen, auch wenn er nicht arbeiten kann.

Die Lehrbeauftragten sind also auf ernst gemeinte Signale der Landespolitik und der Hochschulleitungen angewiesen, wenn sie über diese existentielle Krisensituation hinwegkommen wollen. Auch vor diesem Hintergrund ist es höchste Zeit für eine Änderung der Landeshochschulgesetze mit dem Ziel einer längst überfälligen Verbesserung des Rechtsstatus für Lehrbeauftragte. Wie das gehen kann, haben DOV und BKLM in ihrer Erklärung „Stuttgarter Reformatio“ dargestellt.

Zum Interview mit Staatsminister Sibler gehts hier.

 

Corona-Krise: die Situation der Lehrbeauftragten an Musikhochschulen

30.03.2020 – Die bklm hat die Maßnahmen der Regierung zur Eindämmung der Pandemie befürwortet und dankt dem Deutschen Musikrat, der Rektorenkonferenz der Musikhochschulen und der DOV für die solidarische Unterstützung der Lehrbeauftragten.

Die bklm appelliert an Politiker*innen, Ministerien sowie die Leitungen der Musikhochschulen und vergleichbarer Institutionen, solidarische und pragmatische Lösungen zu entwickeln:

  • garantierte 100-prozentige Auszahlung der Honorare im Sommersemester (auch im Falle eines „Nichtsemesters“) bzw.
  • Schluss-Kompensation durch die Hochschulen
  • größtmögliche Flexibilität bei der Nachholung ausgefallener Kurse bzw. Stunden, wenn das Sommer-Semester starten sollte
  • praktisch greifbare Unterstützung durch die Hochschulleitungen bei der alternativen Durchführung von Kursen bzw. Stunden, zum Beispiel Online-Unterricht

Die vollständige Pressemitteilung der bklm finden Sie hier.

 

Schluss mit der Ungleichbehandlung: Arbeitsverträge für Lehrbeauftragte

12.11.2019 – Gemeinsame Pressemitteilung von DOV und bklm

DOV und bklm fordern Politik und Hochschulen zum Handeln auf

Berlin – Die Deutsche Orchestervereinigung und die Bundeskonferenz der Lehrbeauftragten an Musikhochschulen fordern wirksame und schnelle Verbesserungen der Arbeitsbedingungen nicht festangestellter Hochschullehrerinnen und -lehrer, vor allem bei der Vergütung. Bislang werden Lehraufträge durch Verwaltungsakt vergeben. Damit begründet die Hochschule mit Lehrbeauftragten ein so genanntes öffentlich-rechtliches Dienstverhältnis eigener Art. Die Wahl dieser Rechtsform lässt kein ausgewogenes Verhältnis von gegenseitigen Rechten und Pflichten zu.



Dieses Problem führt dazu, die bisherige Praxis mit willkürlichem Handeln zu vergleichen. „Um faire Arbeitsbedingungen herzustellen, sind die Hochschulen auf Anpassungen der Landeshochschulgesetze angewiesen“, sagt Jan-Christian Hübsch, bevollmächtigter Stellvertreter des Geschäftsführers der Deutschen Orchestervereinigung (DOV). „Deshalb ist das gemeinsame Ziel der Bundeskonferenz und der DOV, den Lehrauftrag als privatrechtliches Vertragsverhältnis auszugestalten.“ Über diesen Weg ist die Abkehr von der Lehrauftragsvergabe mittels Verwaltungsakts denkbar.

Als Interessenvertretung der Lehrbeauftragten kämpft die Bundeskonferenz der Lehrbeauftragten an Musikhochschulen (bklm) seit zehn Jahren mit Unterstützung der DOV für die finanzielle und soziale Besserstellung der Lehrbeauftragten. Mit viel Engagement gelangen an einigen Hochschulstandorten Fortschritte, jedoch längst nicht bundesweit. „Das muss sich endlich ändern“, sagt Birgit Schmieder, die gemeinsam mit Ulrike Höfer beim zehnten bundesweiten bklm-Treffen als neue Sprecherin gewählt wurde. „Lehrbeauftragte werden trotz der gleichen Arbeit wie Hochschulangestellte mit festen Arbeitsverträgen ungleich behandelt. Das ist ein klarer Verstoß gegen das Gleichheitsgebot, an dem sich das Verwaltungshandeln jeder Hochschulen messen lassen muss.“

In einer Erklärung, die vor kurzem in Stuttgart verabschiedet wurde, fordern DOV und bklm, den Lehrauftrag als privatrechtliches Vertragsverhältnis auszugestalten. Denn nur so können die Hochschulen gleichzeitig faire Arbeitsbedingungen und Qualität der Lehre sicherstellen. Hübsch: „Hierfür müssen die landesgesetzlichen Grundlagen geschaffen und die notwendigen finanziellen Mittel bereitgestellt werden.“

Anhang: Stuttgarter Refomatio

Kontakt:
Uli Müller
DOV-Pressesprecherin
Telefon 030 / 82 79 08 – 29
E-Mail mueller@dov.org

 

10. bklm-Treffen: Erklärung und neues Sprecherteam

31.10.2019 – Nicht nur das goldene Herbstwetter brachte den ersten runden Geburtstag zum Leuchten. Dazu trugen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit ihrem durchaus kritischen Meinungsaustausch ebenso bei wie die Gäste aus Politik und Hochschulleitung, die an der Podiumsdiskussion Zukunft der Lehrbeauftragten an Musikhochschulen teilnahmen. Das zehnte Jahrestreffen der bklm fand am 26. und 27. Oktober in Stuttgart statt.

Selbstkritische Töne waren vernehmbar: Zu wenig greifbare Fortschritte in zehn Jahren. Gleichzeitig konnten an einzelnen Hochschulstandorten mit großem persönlichem Engagement der bklm-Vertreter Vergütungsfortschritte erzielt werden. Ein langer Atem ist auch weiterhin bei der strategischen Arbeit der bklm nötig. Dabei unterstützt die DOV vornehmlich durch ihre Expertise in Verbandsarbeit und Rechtsberatung.

Erklärungen verabschiedet

Im Rahmen der Schlusserklärung Der Freiraum der Lehrbeauftragten wurde hervorgehoben, dass die praktizierte Vergabe von Lehraufträgen mittels Verwaltungsakt reine Willkür darstellt. Um rechtssicher andere Wege beschreiten zu können, sind die Hochschulen auf Anpassungen der Landeshochschulgesetze angewiesen. Ziel ist, den Lehrauftrag als privatrechtlichen Vertrag auszugestalten. Ein Weg ist in der Stuttgarter "Reformatio" vorgezeichnet, die auf dem Treffen ebenfalls verabschiedet wurde.

Neues Sprecherteam

In Stuttgart wählte die Bundeskonferenz auch ein neues Sprecherteam: Birgit Schmieder und Ulrike Höfer (Sprecherinnen), Hayo Keckeis, Christiane Neumann, Hans-Christian Hauser (stellvertretenden Sprecherinnen und Sprecher).

]Das neue Sprecherteam
Das neu gewählte Sprecherteam: Birgit Schmieder, Hayo Keckeis, Ulrike Höfer, Christiane Neumann, Hans-Christian Hauser (vlnr) c: Juan Martin Koch, nmz

Zur Erklärung Der Freiraum der Lehrbeauftragten gehts hier.
Zur Erklärung
Stuttgarter "Reformatio" gehts hier.

 

Was der Fall Hans-Christian Hauser über den Umgang mit Lehrbeauftragten sagt

31.10.2019 – Sie sind Freiwild. Die Deppen des akademischen Betriebs. An den Musikhochschulen ist der Umgang mit ihnen unter aller Sau. Sie werden ausgebeutet. Selten hat ein Journalist die jahrzehntelangen Missstände bei den Lehrbeauftragten so dezidiert auf den Punkt gebracht wie Karl Forster in der Süddeutschen Zeitung am 29. Oktober. Anlass für die pointierte Auseinandersetzung: Nachdem Hans-Christian Hauser 31 Jahre lang an der Münchner Hochschule für Musik und Theater unterrichtet hat, erhielt er in diesem Semester keinen Lehrauftrag mehr. Der Autor sieht in Hausers Fall ein Beispiel für den fragwürdigen Umgang mit den Lehrbeauftragten. Doch die wehren sich immer erfolgreicher.

Den Artikel können Sie hier lesen.

 

Berlin: mehr Engagement von den Politikern gefordert

von BIrgit Schmieder

25.09.2019 – Anlässlich des Hearings über Beschäftigungsbedingungen an den Berliner Hochschulen mit dem Staatssekretär für Wissenschaft und Forschung Steffen Krach (SPD), das am 25. September stattfindet, hat Tagesspiegel-Autorin Inga Barthels eine Zwischenbilanz zum Stand der Umsetzung der Berliner Hochschulverträge für 2018 bis 2022 vorgelegt. Mehrere Maßnahmen darin sollen die prekäre Situation der Lehrbeauftragten verbessern. Einige werden bisher nicht erfüllt. Das geht aus der Antwort auf eine Anfrage an den Senat hervor, die die Abgeordnete Bettina König (SPD) stellte.


Noch immer die gleichen Forderungen: schon beim Bundesweiten Aktionstag der Lehrbeauftragten am 6. November 2014 verlangten die Betroffenen Verbesserungen c: Christian v. Polentz

Vor allem die Vorgabe, dass Lehraufträge bei „absehbarem Bedarf“ für zwei Semester erteilt werden müssen, um mehr Planungssicherheit zu ermöglichen, wird von den Hochschulen bisher weitgehend ignoriert. Außerdem sollen die Unis für Daueraufgaben auch Dauerstellen schaffen: bis Ende 2020 für mindestens 35 Prozent der Beschäftigten des akademischen Mittelbaus. Hier sieht es besser aus. „Spitzenreiterin ist die FU, die in den letzten zwei Jahren 23 unbefristete Stellen in diesem Bereich geschaffen hat“, schreibt Barthels.

Zum Artikel im Tagesspiegel vom 23.09.2019 gehts hier.

 

Prekäre Lehre an Hamburgs Hochschulen

18.07.2019 – Mehr als 20 Prozent der Lehre an Hamburgs Hochschulen übernehmen prekär beschäftigte Lehrbeauftragte. An der Hochschule für Musik und Theater sind es sogar 30 Prozent. Das geht aus einer Großen Anfrage der Fraktion Die Linke hervor (Drs. 21/17376). Der Senat beruft sich bei seinen Antworten auch auf Auskünfte der Hochschule für Musik und Theater (HfMT).

Im Wintersemester 2018/19 gab es an den Hochschulen und am Uniklinikum Eppendorf insgesamt 2.560 Lehraufträge. Trotz wissenschaftlicher Qualifikation arbeiten die meisten Lehrbeauftragten zu Stundensätzen von 30 bis 60 Euro. Davon gehen noch die vollen Sozialversicherungsbeiträge ab. Vor- und Nachbereitung wird nicht vergütet. Es gibt auch kein Urlaubsgeld oder Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Martin Dolzer, hochschulpolitischer Sprecher der Fraktion die Linke in der Hamburgischen Bürgerschaft fordert, diese Missstände zu überwinden.

Zur Großen Anfrage gehts hier.

 

Tagung: Lehrbeauftragte im Spannungsfeld aktueller Hochschulentwicklungen

von Birgit Schmieder

20.05.2019 – Am 17. Mai hat eine Tagung zur Situation der Lehrbeauftragten an Hochschulen stattgefunden. Sie stand unter dem Motto Ohne Arbeitsvertrag und doch unersetzlich für die Lehre. Lehrbeauftragte im Spannungsfeld aktueller Hochschulentwicklungen und fand an der Alice Salomon Hochschule Berlin (ASH Berlin) statt. Veranstalter war das Projekt BwQF – Konzept zur nachhaltigen Förderung der Berufswege und der wissenschaftlichen Qualifizierung von Frauen* an der Hochschule.


Vernetzen sich, um ihren Forderungen noch mehr Gewicht zu verleihen: Lehrbauftragte an Musikhochschulen   c: Birgit Schmieder

Folgende Leitfragen wurden diskutiert:
Wie wird auf der politischen Ebene die berufliche Lage der Lehrbeauftragten bewertet und diskutiert?
Wie können Lehrbeauftragte sozial angemessen abgesichert werden?
Wie können Forderungen von Lehrbeauftragten mehr politische Wirkung erzielen?

Nach der Begrüßung durch die Rektorin der ASH Berlin, Prof. Dr. Bettina Völter, folgten Vorträge von Prof. Dr. Bernd Käpplinger zur Weiterbildungsforschung über Lehrende an Hochschulen und persönliche Erfahrungen einer Lehrbeauftragten. An der sich anschließenden Podiumsdiskussion Gute Arbeit in der Wissenschaft für Lehrbeauftragte beteiligten sich Berliner Politikerinnen und Politiker von SPD, Linke und Bündnis 90/Die Grünen sowie Vertreterinnen und Vertreter von GEW, ASH Berlin und der AG Lehrbeauftragte der Universität Erfurt.

Nach der Mittagspause wurde in Arbeitsgruppen über soziale Absicherung, Vernetzung, politische Strategien und kollegiale Fallberatung für promovierende Lehrbeauftragte diskutiert. Über die Ergebnisse wurde im Anschluss im Plenum berichtet. Die Tagung wurde von zwei externen Beobachtern begleitet und evaluiert.

Ergebnisse und Forderungen der Tagung waren:
Dauerstellen für Daueraufgaben (Gelder aus dem Hochschulpakt)
Vernetzung der Lehrbeauftragten in den Hochschulen auf Landes- und Bundesebene, aufbauend auf schon existierenden Vernetzungen wie der Bundeskonferenz der Lehrbeauftragten an Musikhochschulen (bklm) und dem Netzwerk für Gute Arbeit in der Wissenschaft (NGAWiss)
Personalvertretung für Lehrbeauftragte
Erhöhung der Lehrauftragsentgelte

 

Lehrbeauftragte in Bayern wehren sich gegen Ausgrenzung per Fragebogen

20.11.2018 – Rund 900 Lehrbeauftragte arbeiten an den drei Musikhochschulen des Freistaats Bayern. Viele von ihnen unter prekären Bedingungen. Nun verlangen die Hochschulen von den Dozenten, in einer persönlichen Erklärung zu bestätigen, dass sie ihren Lebensunterhalt aus anderen Quellen bestreiten. Für die meisten stimmt das aber gar nicht, denn die Hochschulen setzen die Dozenten inzwischen besonders viel ein – als kostengünstigen Ersatz für Professoren. In einer Umfrage gab mehr als die Hälfte der Befragten an, existenziell von den Lehraufträgen abhängig zu sein. Wie sich die Betroffenen – auch mit Unterstützung ihrer gewählten Interessenvertreter – dagegen wehren, stellt Jakob Wetzel in einem Artikel der Süddeutschen Zeitung pointiert dar. Lesenswert!

 

Lehrbeauftragte der Freiburger Musikhochschule fordern Erhalt der Mitsprache im zentralen Hochschulgremium

14.11.2018 – Die bklm als Vertretung der Lehrbeauftragten hat gefordert, dass die Honorarkräfte an der Freiburger Musikhochschule weiterhin Mitspracherechte im Senat haben. Er ist das zentrale Gremium der Hochschule. Im Juli 2018 hatte der Senat beschlossen, dass ihm künftig keine Lehrbeauftragten mehr angehören sollen. Dabei decken sie circa 25 Prozent der Lehre ab. An der Hochschule arbeiten rund 140 Lehrbeauftragte. Das ist etwa ein Drittel mehr als fest angestelltes Lehrpersonal.
Trotz einer deutlichen Vergrößerung des Senats zum WS 2019/20 wollen Senat und Rektorat den Lehrbeauftragten nun keine der Größe ihrer Gruppe angemessene Mitsprache einräumen. 

In einer Stellungnahme forderte die bklm am 11. November die schnelle Rücknahme der Entscheidung. Ansonsten würden diejenigen, die einen Großteil der Lehraufgaben erfüllen, faktisch von jeglicher Mitsprache ausgeschlossen.

Die Stellungnahme der bklm können Sie hier herunterladen.

 

Bericht von der 9. Bundeskonferenz der Lehrbeauftragten an Musikhochschulen

05.11.2018 – Am 27. und 28. Oktober hat sich die Bundeskonferenz der Lehrbeauftragten an Musikhochschulen (bklm) in der Hochschule für Musik und Theater München getroffen. Der Ort für das 9. bklm-Treffen war bewusst gewählt, denn der Freistaat Bayern verlangt von den Lehrbeauftragten eine Erklärung zur Nebenberuflichkeit des Lehrauftrags. Die bklm setzt sich seit 2011 mit Unterstützung der DOV für die Verbesserung der Situation der Lehrbeauftragten an Musikhochschulen ein.

Rechtlich ist wohl nicht zu beanstanden, dass der Freistaat Bayern eine Erklärung zur Nebenberuflichkeit verlangt. Er verkennt aber die Tatsache, dass ein Großteil der Lehrbeauftragten den Lehrauftrag längst als Hauptberuf ausübt. An den bayerischen Musikhochschulen und Musikinstituten der Universitäten werden zwischen 40 und 80 Prozent der Lehre von Lehrbeauftragten erteilt. So viele Nebenberufler gebe es für die gelehrten Fächer überhaupt nicht.

Herzstück der Tagung war eine Podiumsdiskussion zum Thema Lehrbeauftragte – drittklassige Dozenten? Neben der Verschärfung der Vergabe von Lehraufträgen drehte sie sich um die Würde im Arbeitsleben. Zur Würde gehören vor allem Gerechtigkeit und Gleichbehandlung.

Bei beidem kommen die Lehrbeauftragten zu kurz: Sie werden für die Lehrtätigkeit weitaus schlechter vergütet als ihre fest angestellten Kolleginnen und Kollegen, haben keinerlei Bestandsschutz und stehen weitgehend ohne Altersvorsorge da. Angesichts des hohen Anteils der von ihnen erteilten Lehrstunden ist ihre Beteiligung in den Hochschulgremien in keiner Weise adäquat. Leider folgte der Einladung zur Diskussion von Seiten der Politik nur Verena Osgyan von der Bayerischen Landtagsfraktion der Grünen. Das war offenbar der Landtagswahl in Bayern am 14. Oktober geschuldet.

Bei der Tagung wurde außerdem das Sprechergremium der bklm neu gewählt (siehe Blogeintrag vom 31.10.2018). Sprecher wurden Prof. Birgit Schmieder (UdK Berlin) und Arvid Ong (HMTM Hannover), stellvertretende Sprecher wurden Ulrike Höfer (HfM Freiburg), Christiane Neumann (HMT Leipzig), Hannah Stoll (HMT Rostock), Yumiko Yamamoto (HMT München), Prof. Gottfried Engels (HfMT Köln), Hans-Christian Hauser (HMT München) und Hayo Keckeis (FAU Erlangen-Nürnberg).

Zu einem Video von der Podiumsdiskussion gehts hier.

 

bklm wählt neuen Sprecherrat

31.10.2018 – Auf der 9. Bundeskonferenz der Lehrbeauftragten in München hat die bklm ein neues Führungsgremium gewählt. Arvid Ong (Hannover) wurde als Sprecher bestätigt. Neu gewählt als Sprecherin wurde Birgit Schmieder (Berlin). Die Wahl fand am 28. Oktober statt.
In der Bundeskonferenz der Lehrbeauftragten an Musikhochschulen (bklm) haben sich Vertreterinnen und Vertreter der 24 Musikhochschulen zusammengeschlossen. Sie setzen sich für bessere Arbeitsbedingungen und eine faire Entlohnung der Lehrbeauftragten ein. Die DOV kooperiert mit der bklm. Schmieder ist Mitglied im Gesamtvorstand der DOV. 
Als stellvertretende Sprecher wurden gewählt: Ulrike Höfer (Freiburg), Gottfried Engels (Köln), Christiane Neumann (Leipzig), Hannah Stoll (Rostock), Yumiko Yamamoto und Hans Christian Hauser (beide München) sowie Hayo Keckeis (Nürnberg).

 

bklm traf sich zur 9. Bundeskonferenz der Lehrbeauftragten in München

29.10.2018  Am 27. und 28. Oktober haben sich die Lehrbeauftragten-Vertreter der 24 Musikhochschulen getroffen. Sie sind in der Bundeskonferenz der Lehrbeauftragten an Musikhochschulen (bklm) zusammengeschlossen und berieten auf ihrer 9. Bundeskonferenz über gemeinsame Strategien beim Einsatz für höhere Honorare und bessere Arbeitsbedingungen. Das Treffen fand in der Musikhochschule München statt. Am 27. Oktober veranstaltete die bklm eine öffentliche Podiumsdiskussion mit Vertretern aus dem Bundestag, aus dem bayerischen Landtag sowie von der Deutschen Orchestervereinigung.

Anlässlich des Treffens gab bklm-Sprecher Arvid Ong dem Bayerischen Rundfunk ein hörenswertes Interview, in dem er mehr Geld für die Musikhochschulen, mehr feste Stellen, höhere Honorare für Lehrbeauftragte und einen Schulterschluss mit den Musikhochschulen fordert.

Hier gehts zum Interview.

 

Neue DOV-Arbeitsgruppe Freischaffende und Lehrbeauftragte

22.08.2018 – Die DOV hat eine neue Arbeitsgruppe für freischaffende Musiker und Lehrbeauftragte an Musikhochschulen. Ihr gehören folgende Mitglieder des Gesamtvorstands an: Prof. Gottfried Engels (Musikhochschule Köln), Judith Hilger (Vokalensemble des SWR, Stuttgart), Frithjof Koch (freischaffender Musiker, Hamburg), Prof. Birgit Schmieder (freischaffende Musikerin, Lehrbeauftragte an der UdK Berlin und der HfMT Hamburg), Steffen Schrank (Bochumer Sinfoniker) und Martin Majewski von der Geschäftsstelle. Zur Vorsitzenden wurde Birgit Schmieder gewählt. Es handelt sich um eine Arbeitsgruppe (AG) des DOV-Gesamtvorstands.

Damit ist die AG breit aufgestellt und wird sich in den kommenden drei Jahren für die Belange der Freien und Lehrbeauftragten einsetzen. Dazu gehört auch die weitere Etablierung der Mindeststandards und fairer Orchesteraushilfssätze. Gemeinsam mit der bklm wollen die AG-Mitglieder die Situation der Lehrbeauftragten an Musikhochschulen verbessern.

Die AG wird sich mehrmals jährlich treffen. Zu den Sitzungen sollen je nach Thema und Region auch externe Einzelmitglieder eingeladen werden.

 

Lehrbeauftragte an der UdK brauchen Klarheit

12.07.2018 – Die Deutsche Orchestervereinigung begrüßt die Umsetzung der geplanten Honorarerhöhung für Lehrbeauftragte an der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin. „Nun sollten auch die Verantwortlichen an der Universität der Künste schnell Klarheit schaffen“, sagt Gerald Mertens, Geschäftsführer der Deutschen Orchestervereinigung (DOV).

An der Musikhochschule Hanns Eisler gilt die künftige Mindestvergütung von 35 Euro pro Lehrveranstaltungsstunde nur für Lehrbeauftragte der Entgeltstufe 1. Die bisherigen Stufen 2 und 3 werden zusammengelegt. Lehrbeauftragte, die dort eingestuft sind, erhalten 40 Euro im Studienjahr 2018/19. 
An der Universität der Künste ist die Stufeneinteilung noch unklar. Mertens: „Es wäre gut, wenn sich die Verantwortlichen bei der Bemessung der Vergütungssätze und vor allem der Stufeneinteilung am Ergebnis der Musikhochschule Hanns Eisler orientieren, damit die Lehrbeauftragten der beiden Hochschulen in Berlin zu den gleichen Bedingungen arbeiten.“

 

Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin: Lehrbeauftragte werden besser bezahlt

11.07.2018 – Die Senatskanzlei Wissenschaft und Forschung hat am 29. Juni 2018 die Ausführungsvorschriften zur Erhöhung der Lehrauftragsvergütung an den Berliner Hochschulen amtlich bekannt gegeben. Danach treten ab 1. Oktober 2018 höhere Vergütungssätze in Kraft (1, siehe unten). Die Erhöhung ist im neuen Hochschulvertrag vereinbart. Die Hochschule für Musik Hanns Eisler setzte die Vorschrift bereits um. 
Dort gilt die Mindestvergütung nur für die Lehrbeauftragten der Entgeltstufe 1. Die bisherigen Stufen 2 und 3 werden in eine einheitliche 2. Stufe mit einem Satz von zunächst 40 Euro im Studienjahr 2018/19 zusammengeführt. Die Hochschulleitung befindet sich noch in der Abstimmung mit dem Land über die Erhöhung dieser Summe in den folgenden Studienjahren; eine mit der Entwicklung der Stufe 1 vergleichbare Dynamik wird beabsichtigt. Nach der Bestätigung des Entwurfs der entsprechenden hochschulinternen Richtlinien durch die Senatskanzlei werden diese erlassen und veröffentlicht.

Neben der Anhebung der Mindestvergütung für die Lehrtätigkeit erfolgt auch eine Anhebung der Mindestvergütung für Prüfungstätigkeiten, insbesondere für die Vorbereitung, Beaufsichtigung und Korrektur. Ab dem Wintersemester 2018/19 gilt hier ein Stundensatz von 25 Euro, der sich anschließend jährlich erhöht: 26,70 Euro (WS 2019/20), 27,79 Euro (WS 2020/21), 28,06 Euro (WS 2021/22) und 28,72 Euro (WS 2022/23). 
(1) Die Mindestvergütung für einen Lehrauftrag wird im ersten Schritt ab dem Wintersemester 2018/19 von derzeit 24,50 Euro pro Lehrveranstaltungsstunde auf 35,00 Euro angehoben – eine Steigerung von über 40 Prozent. Ab dem Wintersemester 2019/20 gilt eine Mindestvergütung von 37,50 Euro je Stunde. Danach ist eine jährliche Steigerung um jeweils 2,35 % des Stundensatzes vorgesehen. Bis zum Ablauf des Wintersemesters 2022/23 steigt die Mindestvergütung pro Lehrveranstaltungsstunde damit um 15,71 Euro auf 40,21 Euro.

 

Vertreter der Lehrbeauftragten sensibilisieren Hochschulrektoren

06.07.2018 – Auf der Rektorenkonferenz der 24 Musikhochschulen haben die bklm-Sprecher Ulrike Höfer und Arvid Ong erneut für bessere Arbeitsbedingungen für Lehrbeauftragte und eine gute Arbeitgeberkultur geworben.

Die zugespitzte Situation in Bayern und mögliche Entwicklungen in Baden-Württemberg hoben sie bei dem Treffen Ende Mai in Köln besonders hervor. Die DOV unterstützt die bklm bei den politischen Verhandlungen in den Ländern.

 

Lehrbeauftragte in Berlin bekommen zum Wintersemester mehr Geld

04.07.2018 – An Berlins Hochschulen bekommen Lehrbeauftragte mehr Geld für Unterricht und Prüfungstätigkeiten. Vom Wintersemester an wird das Land für eine Lehrveranstaltung (45 Minuten) 35 Euro statt bislang 24,50 Euro zahlen, teilte die Wissenschaftsverwaltung mit. Bereits im April 2017 verhandelte die rot-rot-grüne Regierungskoalition die Hochschulverträge für die Jahre 2018 bis 2022 und stellte mehr Finanzmittel für die Lehrbeauftragten bereit. Staatssekretär Steffen Krach nannte die Erhöhung „überfällig“. Sie sei ein weiterer Schritt zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen.

Die Vergütung soll schrittweise weiter erhöht werden: Ab dem Wintersemester 2019/20 gelte eine Mindestbezahlung von 37,50 Euro. Danach sei eine jährliche Steigerung um jeweils 2,35 Prozent geplant. Ab dem Wintersemester 2022/23 sollen für eine Unterrichtsstunde 40,21 Euro gezahlt werden. 
Für die Vorbereitung, Beaufsichtigung und Korrektur von Prüfungen werden Lehrbeauftragte ab diesem Wintersemester 25 Euro für eine volle Arbeitsstunde erhalten. Auch dieser Betrag erhöht sich anschließend auf bis 28,72 Euro im Wintersemester 2022/23.

 

Studierende in Münster: Aktion für Weiterbeschäftigung einer Lehrbeauftragten

30.05.2018 – Studentinnen der Musikhochschule in Münster haben am 29. Mai für die Rechte von Lehrbeauftragten demonstriert. Sie schafften einen Sarg auf die Grünflächen neben der Musikhochschule, weil eine langjährige Lehrbeauftragte nicht weiterbeschäftigt werden soll. 
Weitere Details und ein Foto der Aktion: Westfälische Nachrichten

 

Gute Nachrichten aus NRW: Mehr Geld für Lehrbeauftragte an Musikhochschulen

15.02.2018 –  Die Landesregierung hat die Honorare für Lehrbeauftragte an den Musikhochschulen in Nordrhein-Westfalen erhöht. Rückwirkend ab 01.01.2017 steigen sie um zwei Prozent, ab 01.01.2018 um 2,35 Prozent. Das zusätzliche Geld wird ab dem Haushalt 2018 zur Verfügung gestellt. Die Erhöhungen erfolgen laut Landesministerium für Kultur und Wissenschaft in Anlehnung an die steigenden Vergütungen für die Tarifangestellten des Landes.

Ab 2018 betragen die neuen Sätze für Lehrbeauftragte, die im Hauptfach unterrichten, 134,88 Euro, für Unterrichtende im Nebenfach 105,35 Euro. „Da die Honorare bei uns durchbezahlt werden, muss man das Honorar pro Stunde umrechnen“, sagt Friedemann Immer, Vertreter der Lehrbeauftragten in NRW. „Wenn ich 34 Wochen Unterricht im Jahr zugrunde lege, ergibt das pro Unterrichtsstunde mit jeweils 60 Minuten im Hauptfach 47,60 Euro und im Nebenfach 37,18 Euro.“
Im Gegensatz zu anderen Bundesländern steigen die Honorare in NRW bereits seit 2012 kontinuierlich. Allerdings steht die 2015 angekündigte quasi automatische Tarifanbindung an den öffentlichen Dienst noch immer aus. Eine entsprechende Dienstrechtsreform wurde noch nicht auf den Weg gebracht. Die Vertreter der Lehrbeauftragten und die DOV engagieren sich dafür, dass dieser Schritt erfolgt. Zudem arbeiten sie daran, die Unterscheidung zwischen Haupt- und Nebenfach abzuschaffen.

 

Süddeutsche Zeitung berichtet vom Treffen mit Spaenle

19.12.2017 –  Die Süddeutsche Zeitung hat am 18. Dezember 2017 von dem Treffen der Lehrbeauftragten-Vertreter an Bayerischen Musikhochschulen mit Wissenschaftsminister Ludwig Spaenle (CSU) berichtet.

Zum Beitrag gehts hier.

 

Treffen mit Wissenschaftsminister Spaenle

14.12.2017 – Am 13. Dezember haben sich Vertreter der Lehrbeauftragten der Musikhochschulen Würzburg und Nürnberg mit Wissenschaftsminister Ludwig Spaenle (CSU) getroffen. Das einstündige Treffen verlief harmonisch und soll als Runder Tisch institutionalisiert werden.

Treffen im Restaurant des Landtags: Hans-Christian Hauser, Ludwig Spaenle, Martina Fiedler und Rudolf Ramming (vlnr)   c privat

Spaenle stellte eine zusätzliche Million Euro in Aussicht. Sie soll mit dem Nachtragshaushalt genehmigt werden. Zuletzt wurden die Mittel vor drei Jahren erhöht. Weitere klare Zusagen machte Spaenle nicht. Er will jedoch folgende Punkte prüfen:

  • Die Betrachtung der Lehrbeauftragten als arbeitnehmerähnliche Personen und eine entsprechende Vergütung über sogenannte 12a-Tarifverträge.
  • Die Einrichtung eines Fonds zum Ausgleich der Unterfinanzierung von Kräften, die langfristig als Lehrbeauftragte beschäftigt sind.
  • Mitgestaltungsrechte und eine unabhängige Schiedsstelle

Der nächste runde Tisch soll kommendes Jahr um Ostern stattfinden.

 

Erfolg: Das war der Streik an den Musikhochschulen in Bayern

27.11.2017 – Nach dem beeindruckenden Demonstrationszug und der Kundgebung am 13. November haben Vertreter der Lehrbeauftragten zum Streik an den Musikhochschulen in München, Nürnberg und Würzburg sowie an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg aufgerufen. Wegen des Ausstands fiel in München ein Teil der Hochschulkonzerte aus. Der Streik dauerte bis zum 24. November und stieß auf Sympathie in der Bevölkerung. Er hat die zuständigen Politiker noch stärker unter Druck gesetzt. Die DOV appelliert an die Verantwortlichen in Politik und Verwaltung, die prekäre Lage vieler Lehrbeauftragten endlich zu beenden. 
Vertreter der Lehrbeauftragten der Musikhochschule München führten am 15. November am Rande einer Sitzung des Wissenschaftsausschusses Gespräche mit Politikern im Bayerischen Landtag. Sie übergaben auch die Forderungen der Lehrbeauftragten. Die CSU-Abgeordneten Oliver Jörg, Thomas Goppel und Karl Freller bekundeten Sympathie und Verständnis für die meisten Anliegen. Sie sagten zu, sich um Lösungen zu bemühen.

Im Landtag gab es eine Debatte über Lehrbeauftragte an Musikhochschulen und Universitäten. Wissenschaftsminister Ludwig Spaenle (CSU) will im Dezember Vertreter der Lehrbeauftragten aller drei Bayerischen Musikhochschulen zum Gespräch einladen. Die Lehrbeauftragten erwarten dann echte Lösungen.

Zur Debatte Ende November 2017 im Bayerischen Landtag über Lehrbeauftragte an Musikhochschulen und Universitäten gehts hier .

Zu den vier Anträgen der Grünen im Bayerischen Landtag zur Besserstellung der Lehrbeauftragten gehts hier. Sie wurden am 15. November im Wissenschaftsausschuss behandelt. Ein Antrag wurde leicht modifiziert angenommen.

Die Hochschulexperten der SPD im Landtag Georg Rosenthal und Isabell Zacharias forderten am 15.November mehr Geld von der Landesregierung für die Lehrbeauftragten.

 

Lehrbeauftragte zogen durch München - Demonstration und Streik für bessere Arbeitsbedingungen

14.11.2017 – Die Demonstration der Lehrbeauftragten in München ist erfolgreich gewesen (Hochschulland D berichtete im Vorfeld).
Viele Honorarlehrer beteiligten sich am 13. November an der Aktion. Hier ein paar Impressionen:

Die Bayern-Resolution der bklm können Sie hier im Wortlaut lesen.
Die Pressemitteilung der DOV können Sie hier lesen.

 

DOV und bklm unterstützen Streik der Lehrbeauftragten in Bayern

13.11.2017 – Heute ziehen Lehrbeauftragte von der Münchner Musikhochschule zur Staatskanzlei. Sie fordern verlässliche Rahmenbedingungen für ihre Arbeit und eine vernünftige soziale Absicherung. Hintergrund der Demonstration und des anschließenden Streiks, der für zwei Wochen geplant ist: Der Freistaat toleriert seit Jahren die Überschreitung der Stundenbegrenzung für Lehraufträge. Damit wollen Wissenschaftsministerium und Rechnungshof nun Schluss machen. Allerdings haben sich viele Honorarkräfte auf den Lehrauftrag als Haupterwerbsquelle eingerichtet. Ihnen drohen empfindliche Einkommensverluste und das soziale Aus.

„Der Freistaat Bayern hat durch sein Laissez-Faire einen Vertrauenstatbestand geschaffen, viele Lehrbeauftragte wurden so in eine soziale Abhängigkeit gelockt“, sagt Martin Majewski von der DOV in einer Pressemitteilung. Nun müsse er seiner sozialen Verantwortung nachkommen. „Wir sind zum konstruktiven Dialog bereit.“
Die Bundeskonferenz der Lehrbeauftragten an Musikhochschulen (bklm) hat bereits Ende Oktober eine Bayern-Resolution verabschiedet. Darin fordert sie verlässliche Rahmenbedingungen: „Die Lehrbeauftragten brauchen eine transparente und homogene Neugestaltung und Umsetzung staatlicher Regelungen.“ Der Freistaat solle sich auch für eine soziale Sicherung der langjährigen Lehrbeauftragten durch Übernahme in feste Arbeitsverhältnisse und Zahlung angemessener Honorare bekennen.

Die Pressemitteilung der DOV können Sie hier lesen.
Die Bayern-Resolution der bklm können Sie hier im Wortlaut lesen.
In einem Kommentar in der Osnabrücker Zeitung macht Louisa Riepe deutlich, dass sich an der aktuelle Situation etwas ändern muss.

 

bklm wählt Sprecherteam

01.11.2017 –  Die Bundeskonferenz der Lehrbeauftragten an Musikhochschulen hat ihr Sprecherteam neu gewählt. Ulrike Höfer aus Freiburg und Arvid Ong aus Hannover sind Sprecher. Ihre Stellvertreter sind Andreas Begert (München), Gottfried Engels (Köln), Birgit Schmieder (Berlin), Johannes Gerstengarbe (Dresden) und Christiane Neumann (Leipzig). Damit wurde das gesamte bisherige Team wiedergewählt. Die Wahl fand am 29. Oktober in Berlin auf der 8. Bundeskonferenz statt.

Die DOV gratuliert den Sprecherinnen und Sprechern zur Wiederwahl. Wir wünschen viel Elan und Erfolg!

 

8. Bundeskonferenz der Lehrbeauftragten an Musikhochschulen in Berlin

24.10.2017 –  Am Wochenende findet die 8. Bundeskonferenz der Lehrbeauftragten an Musikhochschulen (bklm) statt. Die Vertreterinnen und Vertreter der Lehrbeauftragten an Musikhochschulen treffen sich am 28. und 29. Oktober in der Universität der Künste in Berlin.
Die Bundeskonferenz der Lehrbeauftragten an Musikhochschulen (bklm) setzt sich für bessere Arbeitsbedingungen und eine faire Entlohnung der Lehrbeauftragten ein. Die DOV kooperiert mit der bklm.

Beim Treffen am Wochenende werden sie über die aktuelle Lage der Lehrbeauftragten in den verschiedenen Bundesländern diskutieren und politische Strategien für die Verbesserung ihrer finanziellen und sozialen Lagen weiterentwickeln. Den Einstieg soll ein Round Table-Gespräch zum Thema Der Lehrauftrag: wie schafft man verlässliche Rahmenbedingungen? liefern. Die bklm wählt an diesem Wochenende ebenfalls ihre Sprecherinnen und Sprecher.
Die Tagesordnung des Treffens gibts hier.
Zur Homepage der bklm gehts hier.

 

Lehrbeauftragte in Bayern kämpfen gemeinsam für bessere Bezahlung

16.10.2017 –  Auch der Bayerische Rundfunk berichtet über den geplanten Streik der Lehrbeauftragten an Musikhochschulen. Allerdings mit einem etwas anderen Zungenschlag: Bei der gängigen Praxis hätten die Lehrbeauftragten mitgemacht. Die Schieflage hätte sich im beiderseitigen Einvernehmen entwickelt. Eine etwas fragwürdige Einschätzung angesichts des Einflusses von Einzelnen auf die Honorargestaltung der Hochschulen.

Umso wichtiger ist es, dass sich noch mehr Lehrbeauftragte zusammenschließen und organisieren: in der Bundeskonferenz der Lehrbeauftragten an Musikhochhschulen (bklm) und in der DOV. Je mehr Kolleginnen und Kollegen sich anschließen, desto wirkungsvoller können wir ihre Interessen vertreten und Honorarerhöhungen durchsetzen.
Den Beitrag des Bayerischen Rundfunks können Sie hier lesen.
Informationen über das Engagement der DOV für die Lehrbeauftragten finden Sie hier.

 

Lehrbeauftragte an bayerischen Musikhochschulen streiken zwei Wochen im November

13.10.2017 –  Ab Mitte November wollen die Lehrbeauftragten an Musikhochschulen für zwei Wochen in ganz Bayern streiken. Die Existenz vieler Lehrbeauftragter sei bedroht, weil die Universitätsverwaltungen prüfen, ob arbeitsrechtliche Vorschriften eingehalten werden, heißt es in der Süddeutschen Zeitung. „Zum Auftakt ziehen sie alle am 13. November von der Arcisstraße vor den Landtag, um zu demonstrieren – nicht mit Trillerpfeifen, sondern mit ihren Instrumenten, gleichsam als protestierendes Orchester. Dann wollen sie streiken“, schreibt Jacob Wetzel.

Laut Gesetz müssen Lehraufträge nur Nebenjob sein. Konkret bedeutet das: Ein Lehrbeauftragter darf maximal neun Stunden pro Woche unterrichten. Allerdings ist mehr als die Hälfte der 900 Musik-Lehrbeauftragten in Bayern einer Umfrage zufolge existenziell von den Lehraufträgen abhängig. Laut Süddeutscher erfassen die Hochschulen auch, ob ihre Dozenten an weiteren Hochschulen tätig sind und damit die zulässige Stundenzahl überschreiten.

Ulrike Höfer, Sprecherin der Bundeskonferenz der Lehrbeauftragten an Musikhochschulen, mit der die Deutsche Orchestervereinigung kooperiert, wandte sich mit Schreiben an den Rechnungshof und an Wissenschaftsminister Ludwig Spaenle (CSU): Es sei richtig, darauf zu achten, dass die Vorschriften eingehalten werden. Doch leider achteten die Hochschulen zu spät darauf. Der Staat habe lange toleriert und davon profitiert, dass Lehrbeauftragte über Gebühr beschäftigt wurden. Regierung und Hochschulen trügen eine soziale Verantwortung für die Dozenten.

Den Artikel der Süddeutschen Zeitung können Sie hier nachlesen.

 

DOV beschließt Honorarmindeststandards für Vokalsolisten 2017

27.09.2017 –  Die DOV-Arbeitsgruppe Vokalsolisten und freie Orchestermusiker hat für die solistische Mitwirkung freiberuflicher Sängerinnen und Sänger bei öffentlich geförderten oder vermittelten Kulturprojekten bzw. Veranstaltern finanzielle Mindeststandards festgelegt. Nach den Festlegungen höherer Mindesthonorare für Aushilfen in Orchestern und fairen Honorare für Orchesterprojekte sind die neuen Mindeststandards für Vokalisten die dritte Initiative der DOV, um die Bezahlung freischaffender Musiker zu verbessern.

Die Honorarmindeststandards für Vokalsolisten gelten ab sofort und sollen von öffentlichen Auftraggebern eingehalten werden.

  • Probensatz: 140 Euro
  • Tages- / Aufführungssatz (mehrtägiges Projekt): 280 Euro
  • Tages- / Aufführungssatz (eintägiges Projekt): 420 Euro
  • Reisekosten sind gemäß Bundesreisekostengesetz zu erstatten.

Alle Honorarsätze sind lediglich Mindeststandards, die nicht unterschritten werden sollen. Im Einzelfall können höhere Honorare einschlägig sein. Wie bei den Mindeststandards im Orchesterbereich muss es eine regelmäßige Dynamisierung geben, angelehnt an die Tarifsteigerungen im öffentlichen Dienst.

Probensatz:

Probendauer bis zu drei Stunden, mindestens 20 Minuten Pause. Liegen zwischen Wohn- und Spielort mehr als 200 Kilometer, wird ein Tagessatz fällig.

Tages- / Aufführungssatz:

  • zwei Proben von bis zu drei Stunden mit jeweils einer Pause von mindestens 20 Minuten. Zwischen den Proben mindestens eine Stunde Pause oder
  • eine Probe von bis zu drei Stunden mit einer Pause von mindestens 20 Minuten und eine Aufführung. Zwischen Probe und Aufführung 1,5 Stunden Pause, mindestens jedoch eine Stunde oder
  • eine Anspielprobe von maximal einer Stunde und eine Aufführung. Zwischen Probe und Aufführung mindestens eine Stunde Pause oder
  • eine Aufführung

Angemessene Aufschläge (zum Beispiel ein Probensatz) für Sonderleistungen wie besonders schwierige Werke, große Solopartien, für besondere Kleidungsanfragen / Maske / Requisite.

Ton- und / oder Bildaufnahmen sind schriftlich zu vereinbaren. Mediale Verwertungen jeglicher Art sind gesondert zu honorieren.

Die Honorarmindeststandards Vokalsolisten 2017 können Sie als PDF herunterladen.

 

Honorarlehrkräfte demonstrieren am 5. Oktober, dem UNESCO-Weltlehrertag, in Berlin vor dem Brandenburger Tor

21.09.2017 – Mit Wasser und Brot werden sie an Tischen vor dem Brandenburger Tor auf ihre Lage aufmerksam machen. Die Honorarlehrkräfte in Berlin demonstrieren am 5. Oktober wieder gegen ihre schlechte Bezahlung und mangelnde soziale Absicherung. Zu den Honorarlehrkräften gehören Lehrbeauftragte an Hochschulen, Musikhochschulen und Universitäten sowie nicht festangestellte Lehrer an Musikschulen und Volkshochschulen im Land Berlin. Auch angestellte Lehrerinnen und Lehrer in befristeten oder schlecht bezahlten Arbeitsverhältnissen sind zur Beteiligung aufgerufen. Die Initiative Koordination der Berliner Honorarlehrkräfte wird von den Gewerkschaften DOV, GEW Berlin und ver.di unterstützt. Zu der Aktion kann jeder Becher, Gläser, Wasser und Brot mitbringen. Geplant sind auch Unterhaltung und Musik für das Publikum am Brandenburger Tor.

Die UNESCO hat den 5. Oktober 1994 zum Welttag der Lehrerin und des Lehrers ausgerufen. Er erinnert an die ILO/UNESCO-Empfehlung über die Stellung der Lehrer und ihre bedeutende Rolle für qualitativ hochwertige Bildung.

Seit Jahren machen Honorarlehrer auf ihre prekäre Lage aufmerksam. Ein Höhepunkt war der Bundesweiter Aktionstag der Lehrbeauftragten im November 2014. Damals initiierten die Lehrbeauftragten an Berliner Musikhochschulen und anderen Hochschulen Aktionen in über 20 Städten, auch vor der Senatswissenschaftsverwaltung in Berlin. Der Bundesweite Aktionstag fand bundesweit Echo in allen Medien. Seitdem haben viele Gespräche mit den verantwortlichen Politikern in den Ländern stattgefunden. Erste Verbesserungen konnten erreicht werden, zum Beispiel in NRW.

Die DOV ist neben ver.di auch Tarifpartner des Landes Berlin für die Berliner Musikschullehrerinnen und -lehrer. Ziel der Verhandlungen sind substantielle Verbesserungen beim Entgelt und mehr Festanstellungen. Viele DOV-Mitglieder sind an Musikhochschulen und Musikschulen als Lehrbeauftragte oder Honorarkräfte tätig.

Die Koordination der Berliner Honorarlehrkräfte ist eine unabhängige Initiative, die Dozentinnen und Dozenten aus unterschiedlichen Arbeitsbereichen versammelt. Sie vertritt gemeinsame Anliegen gegenüber der Politik und arbeitet mit Gewerkschaften zusammen.

Den Aufruf zur Demonstration am 5. Oktober können Sie hier herunterladen.

 

Hochschulpolitik gehört zum Bundestagswahlkampf!

04.09.2017 – Über Bildung wird im Bundestagswahlkampf gestritten, über Kitas, Schulen und Weiterbildung. Doch die Nöte der Hochschulen und der Studierenden spielen kaum eine Rolle. Dabei gäbe es Themen genug, findet Peter Grottian, Hochschullehrer für Politikwissenschaft an der Freien Universität Berlin a. D. und Mitinitiator des studentischen Bildungsstreiks 2009. Er fordert eine öffentliche Debatte über Hochschulpolitik. In einem Gastbeitrag für die Süddeutsche Zeitung macht er dazu vier Vorschläge. Unter anderem schreibt er über Lehrbeauftragte:

„90.000 Lehrbeauftragte, also Honorarkräfte, die nicht angestellt sind, arbeiten an deutschen Universitäten, viele für drei Euro die Stunde. Bis zum Sommer 2018 sollte ein Bundesnotprogramm für die Lehrbeauftragten beschlossen werden. Die Vergütungen sollen verdoppelt und vom Bund zu 100 Prozent als Feuerwehr-Aufgabe übernommen werden. Das Vergütungssystem für Lehrbeauftragte soll im Sinne eines Teilzeitprogramms tarifvertraglich ausgestaltet werden. Man muss von zwei Lehraufträgen bescheiden leben können.“

Den vollständigen Artikel können Sie hier lesen.

 

Forderungen der Lehrbeauftragten an Musikhochschulen an die Parteien zur Bundestagswahl

14.07.2017 – Im Vorfeld der Bundestagswahl hat die Bundeskonferenz der Lehrbeauftragten an Musikhochschulen (bklm) die Parteien aufgefordert, sich nachhaltig für die Verbesserung der Situation der Lehrbeauftragten einzusetzen. Die bklm schickte einen Katalog an die hochschulpolitischen Sprecher der Parteien im Bundestag und an die FDP. Darin fordert sie mehr feste Stellen, die Anpassung ihrer Honorare an die Bezüge von Angestellten im öffentlichen Dienst und eine soziale Absicherung, die auch im Alter greift. Die Deutsche Orchestervereinigung unterstützt die berechtigten Anliegen der Lehrbeauftragten.

Die Situation der Lehrbeauftragten an deutschen Hochschulen ist prekär. Besonders betroffen sind Lehrbeauftragte an Musikhochschulen. Auf Honorarbasis erteilen sie 40 bis 60 Prozent des Unterrichts, erhalten dafür aber nur gut ein Drittel der Vergütung fest angestellter Dozentinnen und Dozenten.

Hier gehts zum Forderungskatalog auf der Homepage der bklm.

 

Göttinger Lehrbeauftragte machen mobil

30.05.2017 – In Göttingen gibt es eine Initiative, die sich gemeinsam mit Gewerkschaften für eine Verbesserung der Situation der Lehrbeauftragten an der Georg-August-Universität einsetzt.

In einer Petition an das Präsidium und die Entscheidungsträger der Uni fordern die Aktiven:

  • kurzfristig eine angemessene Vergütung: ein Basishonorar zzgl. Entgelt für Arbeitsstunden außerhalb des Unterrichts in Anlehnung an TV-L 13
  • Vertretung durch den Personalrat und Mitbestimmung in den Hochschulgremien
  • mittelfristig die Umwandlung von dauerhaften Lehraufträgen in feste Dauerarbeitsstellen

Mit einer Aktion machten die Lehrbeauftragten am 24. Mai öffentlich auf ihre Forderungen aufmerksam. Ein Gespräch mit Uni-Präsidentin Ulrike Beisiegel war ebenfalls geplant.

Weitere Informationen können Sie in zwei Artikeln der Hessisch/Niedersächsischen Allgemeinen (HNA) finden:
Bezahlung von Unipersonal: Karger Lohn für Lehrbeauftragte an Uni Göttingen vom 23.05.2017
Protest- und Unterschriftenaktion: Geringe Bezahlung: Lehrbeauftragte in Rot und Grün vor der Uni-Verwaltung vom 24.05.2017

Hier können Sie die Petition zeichnen.

 

Aktivisten übergeben dem Senat Petition Gerechte Bezahlung und berufliche Perspektiven für Lehrbeauftragte an Berliner Hochschulen

01.02.2017 – Die Initiatorinnen und Initiatoren der Petition Wir fordern Gerechte Bezahlung und berufliche Perspektiven für Lehrbeauftragte an Berliner Hochschulen haben ihre Forderungen am 31. Januar dem Staatssekretär für Wissenschaft Steffen Krach übergeben. Dabei waren auch die Gewerkschaftsvertreter Martin Majewski von der Deutschen Orchestervereinigung und Tom Erdmann, Vorsitzender der GEW Berlin. Die Petition zeichneten 11.665 Unterstützerinnen und Unterstützer.

Aktivistinnen und Aktivsten übergeben die Petition an Wissenschaftsstaatssekretär Steffen Krach

Im Koalitionsvertrag des neuen Berliner Senats bekennen sich SPD, Linke und Grüne zu einem „Paradigmenwechsel in der Personalpolitik an den Berliner Hochschulen“. Sie wollen die prekäre Situation der Lehrbeauftragten verbessern. Daran knüpft die Petition mit folgenden Forderungen an:

  1. Reguläre Lehrveranstaltungen werden durch hauptberufliche Lehrkräfte abgedeckt.
  2. Die Honorare der Lehrbeauftragten werden in Anlehnung an die tarifliche Bezahlung vergleichbarer hauptberuflicher Beschäftigter erhöht.
  3. Die Hochschulen unterstützen und fördern Lehrbeauftragte bei ihrer beruflichen Entwicklung.
  4. Der Senat entwickelt entsprechende Kontrollinstrumente

Vor der Übergabe der Petition hatten mehrere Vertreter der Lehrbeauftragten mit Krach über die noch immer prekäre Lage der betroffenen Hochschulmitarbeiter gesprochen und noch einmal ihre Forderungen bekräftigt. Sie wiesen unter anderem darauf hin, dass momentan die Vergütung eines Lehrbeauftragten im Durchschnitt gerade mal rund ein Drittel von dem beträgt, was ein Festangestellter im Mittelbau für die gleiche Tätigkeit verdient. Zu den Teilnehmern des Gesprächs gehörte auch Majewski.

Im Gespräch mit Steffen Krach c Christian von Polentz

Die Petition im Wortlaut und weitere Erläuterungen können Sie hier lesen.

 

Obergrenzen für Vergütung der Lehrbeauftragten in Hamburg steigen

11.01.2017 – Gute Nachrichten aus Hamburg: Dort können Lehrbeauftragte künftig mehr Geld bekommen. Die Hochschulen dürfen ihren freien Mitarbeitern statt wie bislang maximal 40 Euro pro Stunde künftig bis zu 60 Euro zahlen, teilte die Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung mit. Auch eine Verdienstuntergrenze hat die grüne Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank (Bündnis 90 / Die Grünen) eingeführt.

Weitere Informationen finden Sie in einem Artikel des Hamburger Abendblatts.

Flyer_prekär und tariffrei_nicht mit uns_Deckblatt

In Bayern hingegen bleibt die finanzielle Lage von Lehrbeauftragten weiter prekär. Darauf weist Anne Kostrzewa in der Süddeutschen Zeitung hin. Sie arbeitet vor allem heraus, dass die chronische Unterfinanzierung der Universitäten im Freistaat ein Teil des Problems sei.

Hier können Sie den Artikel nachlesen.

 

Zwischen Mozart und Hartz IV

03.11.2016 – In einem bemerkenswerten Artikel hat die Journalistin Louisa Knobloch das politische Dilemma der Lehrbeauftragten an Musikhochschulen beschrieben. Für ihren Beitrag in der Mittelbayerischen Zeitung interviewte sie auch den Vorsitzenden der Bundeskonferenz der Lehrbeauftragten an Musikhochschulen (bklm) Arvid Ong. Knobloch greift Beispiele vor allem aus Bayern auf. Die machen deutlich, dass Lehrbeauftragte mit ihren Forderungen nach sozialer Absicherung und besserer Bezahlung nach wie vor zwischen Politik und Hochschulen stehen: Die Politik stellt die Mittel für die Hochschulen bereit. Diese können jedoch autonom über ihre Haushalte entscheiden. „Es ist ein Ping-Pong-Spiel“, sagt Ong, der als Lehrbeauftragter an den Musikhochschulen in Detmold und Hannover sowie an der Jugendmusikschule Hamburg unterrichtet.

Den vollständigen Artikel können Sie hier lesen.

 

Deutsche Orchestervereinigung begrüßt Dresdner Erklärung der Lehrbeauftragten an Musikhochschulen

25.10.2016 – Die Deutsche Orchestervereinigung begrüßt die Dresdner Erklärung der Lehrbeauftragten an Musikhochschulen. Darin fordern die Lehrbeauftragten eine soziale Absicherung aller Lehrkräfte, die auf Honorarbasis arbeiten. Zudem verlangen sie eine zeitnahe Anpassung ihrer Bezüge an das Gehaltsniveau von Festangestellten in vergleichbaren Positionen. Die Erklärung wurde am 23. Oktober auf der 7. Bundeskonferenz der Lehrbeauftragten an Musikhochschulen (bklm) in Dresden verabschiedet. Die bklm ist ein Zusammenschluss der Vertreter von Lehrbeauftragten aller 24 Musikhochschulen in Deutschland.

logo_bklm

Die Deutsche Orchestervereinigung setzt sich für bessere Arbeitsbedingungen der Lehrbeauftragten an Musikhochschulen und faire Entlohnung ein. DOV-Vertreter führen zum Beispiel politische Gespräche auf Landes- und Bundesebene. Dabei arbeiten sie eng mit der bklm zusammen. Inzwischen erteilen Lehrbeauftragte zwischen 40 und 60 Prozent des Unterrichts an Musikhochschulen. „Anders als bei festangestellten Dozenten wurde die Vergütung der Lehraufträge in den vergangenen Jahrzehnten nur teilweise an die allgemeine Lohnentwicklung angeglichen“, heißt es in der Erklärung. Momentan erhalten sie zwischen 22 und 44 Prozent der Bezüge von Festangestellten. Damit ist eine adäquate soziale Absicherung nicht möglich. Vielen langjährigen Lehrbeauftragten droht deshalb Altersarmut.

Die Dresdner Erklärung der bklm können Sie hier herunterladen.

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