Mindesthonorare für freie Musikprojekte

Immer mehr Musikerinnen und Musiker spielen in Projektorchestern und -ensembles. Sie spielen Kammerkonzerte in Kulturhäusern, Jazz in Clubs oder führen Oratorien in Kirchen auf. Die Gagen sind tarifvertraglich nicht geregelt. Oft haben Freischaffende geringe Verhandlungsmacht, weil sie Einzelkämpfer oder kleine Gruppen sind. Damit sie für ihre Arbeit das Geld bekommen, das ihnen zusteht, hat die DOV eine Kampagne für Mindesthonorare gestartet. Ziel ist, die Bezahlung nachhaltig zu verbessern.

Stand: April 2021
Einen Flyer zum Download gibt hier

Diese Mindesthonorare gelten für Musikerinnen und Musiker bei freien Projekten jenseits der Aushilfstätigkeit in Tariforchestern. Alle Honorarsätze sind lediglich absolute Minimalstandards, die nicht unterschritten werden sollen.Die Mindesthonorare sind abgeleitet aus der durchschnittlichen Vergütung der Orchestertarifkategorie TVK D. Sie werden jährlich an die Tarifsteigerung des TVöD angepasst.

Standard-Satz
für Musikerinnen und Musiker in freien Orchesterprojekten sowie Chorsängerinnen und -sänger

  • Probensatz bis zu 3 Stunden (einschl. Pause, nicht am Aufführungstag): 87,75 Euro
  • Tagessatz mehrtägiges Projekt (einschließlich maximal einer Probe am Aufführungstag): 175,49 Euro
  • Tagessatz eintägiges Projekt (einschließlich maximal einer Probe am Aufführungstag): 263,22 Euro

 

Solo-Satz
für Instrumental- sowie Vokalsolistinnen und -solisten, auch solistisch auftretende Ensemblemusikerinnen und -musiker

  • Probensatz bis zu 3 Stunden (einschl. Pause, nicht am Aufführungstag): 152,62 Euro
  • Tagessatz mehrtägiges Projekt (einschließlich maximal einer Probe am Aufführungstag): 305,23 Euro
  • Tagessatz eintägiges Projekt (einschließlich maximal einer Probe am Aufführungstag): 457,85 Euro

 

Honoraraufschläge für den Standard-Satz
(in der Regel auf Höhe der Solo-Sätze)
sind zu gewähren für

  • besonders lange oder schwierige Werke, Solo, Stimmführung
  • das Spielen von historischen Instrumenten oder Sonderinstrumenten
  • Transport großer Instrumente (u.a. Pauke, Schlagzeug, Harfe, Cembalo)
  • das Stimmen von Tasteninstrumenten
  • mehrfache Aufführungen am Konzerttag
  • Entfernungen zwischen Wohn - und Spielort von mehr als 100 Kilometern

 

Hinweise

  1. Bei Absagen durch den Veranstalter bleibt der Honoraranspruch bestehen. Musikerinnen und Musikern wird deshalb empfohlen, jegliche mündliche Absprachen per Email einseitig zu bestätigen.
  2. Reisekosten sind gemäß Bundesreisekostengesetz zu erstatten.
  3. Ton- und Bildaufnahmen erfordern eine schriftliche Vereinbarung. Mediale Verwertungen jeglicher Art sind gesondert zu honorieren.
  4. Die Mindesthonorare finden auch Anwendung bei musiklaschen Gelegenheitsgeschäften ("Muggen") und Kirchenkonzerten. Studierende sowie Absolventinnen und Absolventen erhalten die vollen Mindesthonorare, wenn das Projekt nicht hauptsächlich der Nachwuchsförderung dient.
  5. Zahlungen erfolgen innerhalb von 30 Tagen nach Projektende (§ 286 Abs. 3 BGB). Anderenfalls können Schadensersatzansprüche entstehen (§§ 280 Abs. 1, 2, 286 BGB).
  6. Die maximale Probendauer beträgt drei Stunden einschließlich mindestens 20 Minuten Pause.