Arbeitskampf der Staatsbad Philharmonie Kissingen: #VerhandelnStattFeuern

An dieser Stelle berichten wir über den notwendig gewordenen Arbeitskampf der Musikerinnen und Musiker. Nach der Anerkennung von Bad Kissingen als Unesco-Welterbe fordert die DOV die Aufnahme von Tarifverhandlungen

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Presse & Aktuelles

14.10.2021: Im Vorfeld des Solidaritätskonzerts am 10. Oktober hat OB Dirk Vogel mit einem offenen Brief den Kontakt zur DOV gesucht. Darin wird deutlich, dass die Positionen im aktuellen Tarifkonflikt de facto gar nicht so weit auseinander liegen. Allerdings vermissen wir ein grundlegendes Verständnis für die Arbeits- und Funktionsweise der Staatsbad Philharmonie Kissingen. Damit beide Positionen transparent sind, unterzogen wir Vogels Argumente einem DOV-Faktencheck.

11.10.2021: Die Orchesterkonferenz NRW, die Interessenvertretung der Musiker*innen der Konzert- und Theaterorchester im größten Bundesland mit den meisten Orchestern, schreibt in einem offenen Brief an OB Vogel: "Wir wünschen uns, dass Sie sich mit der Deutschen Orchestervereinigung an einen Tisch setzen, um einen ... Tarifvertrag auszuhandeln. Es wird die Stadt Bad Kissingen und die Staatsbad Philharmonie enorm aufwerten."

10.10.2021: #VerhandelnStattFeuern – das war die Botschaft, mit der rund 40 Mitglieder aus acht Orchestern aus ganz Bayern und angrenzenden Regionen nach Bad Kissingen gereist sind. Auf dem Rathausplatz musizierten sie vor rund einhundert Schaulustigen mit ihren Kolleg*innen der Staatsbad Philharmonie Kissingen und zeigten so machtvoll ihre Solidarität in einem harten Arbeitskampf. Alle gemeinsam forderten sie die Aufnahme von Tarifverhandlungen, die die Stadt hartnäckig verweigert, und die Wiedereinstellung von zwei entlassenen Kolleg*innen. Weitere Informationen. Überregionale und regionale Medien berichten, besonders ausführlich der Bayerische Rundfunk im Fernsehen, im Radio und im Internet.

 

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09.10.2021: Auch die Schleswig-Holsteinische Orchester-Konferenz (SHOK) solidarisiert sich in einem offenen Brief mit ihren Kolleg*innen in Bad Kissingen.

08.10.2021: Die Musiker*innen des Frankfurter Opern- und Museumsorchesters fordern die Verantwortlichen der Stadt in einem offenen Brief auf, die Lage zu deeskalieren und Arbeitsbedingungen zu schaffen, die in Relation zur tatsächlichen Belastung stehen. 

07.10.2021: Die DOV lehnt die individuellen Vertragsangebote der Stadt an die Musiker*innen ab und fordert einen maßgeschneiderten Tarifvertrag (Pressemitteilung).

06.10.2021: Die Mitglieder des Philharmonischen Orchesters Landestheater Coburg geben ihren offenen Brief vom 01.10. zur Unterstützung der Forderungen der Staatsbad Philharmonie an die Presse.

24.09.2021: Die Mitglieder der Nürnberger Staatsphilharmonie solidarisieren sich mit ihren Kolleg*innen in Bad Kissingen: Gemeinsam unterzeichnen Sie einen offenen Brief (Seite 1, Seite 2) an OB Dirk Vogel (SPD) und Geschäftsführerin Sylvie Thormann, in dem sie die Wiedereinstellung der entlassenen Musiker*innen sowie die sofortige Aufnahme von Verhandlungen fordern. „Die hartnäckige Verweigerungshaltung und das intransparente Vorgehen der Geschäftsführerin der Bayer. Staatsbad Bad Kissingen GmbH, Frau Sylvie Thormann, sind inakzeptabel. Beides schadet dem Ansehen und dem Ruf der gesamten Bayerischen Orchesterlandschaft“, heißt es in dem Schreiben. Das Medienecho in ganz Bayern ist überwältigend, u.a. berichten die Süddeutsche Zeitung, der Bayerische Rundfunk, die Passauer Neue Presse, das evangelische Sonntagsblatt, der Berchtesgadener Anzeiger, das Traunsteiner Tagblatt, die Fürther Nachrichten, die Saale-Zeitung und die Mainpost.

23.09.2021: In einer Öffentlichen Stellungnahme reagiert die DOV auf das mündliche Angebot der Arbeitgeberin gegenüber den Musiker*innen vom Vortag. Obwohl die Orchestermitglieder erklärtermaßen von der DOV vertreten werden wollen, wurden sie per Weisung von Geschäftsführerin Sylvie Thormann zu einem Treffen einberufen.

16.09.2021: Das Orchester organisiert spontanen Widerstand beim Kurkonzert mit anschließendem Protestmarsch vors Rathaus. Die Süddeutsche Zeitung berichtet darüber. Beim Lokalsender Radio Primaton gibt Orchestermanager Burghard Tölke ein Interview zu den Hintergründen der Entlassung. Auch die Mainpost begleitet die Proteste in der Stadt und zitiert die harte Haltung des Oberbürgermeisters.

15.09.2021: Zwei Orchestermitglieder werden entlassen trotz musikalischer Bestnoten von der künstlerischen Leitung und dringendem Bedarfs.

05.09.2021: Die Mainpost berichtet abermals über den weiteren Fortgang des Arbeitskampfes. U.a. sammelt der Freundeskreis des Orchesters Unterschriften.

Sogar in Korea wird der Konflikt wahrgenommen. In der September- Ausgabe des Koreanischen Musikmagazins geht es ausführlich um Arbeitskämpfe und Tarifvereinbarungen, darunter vor allem um die Staatsbadphilharmonie Bad Kissingen (Teil 1, Teil 2, Teil 3).

24.08.2021: Die Mainpost interviewt Orchesterchef Burghard Tölke zu den Wurzeln des Konflks.

07.08.2021: Unter der Überschrift Musik hat ihren Preis berichtet DER SPIEGEL in seiner Druckausgabe über den Arbeitskampf und die Geschichte des Orchesters. Im Inhaltsverzeichnis wird der Beitrag so angeteasert: Warum ein wichtiges Orchester streikt. Tatsächlich streiken die Musiker*innen bislang nicht. Der Artikel arbeitet jedoch anschaulich die besondere Bedeutung der Staatsbad Philhamonie heraus.

06.08.2021: Die Mainpost veröffentlicht eine Stellungnahme der DOV mit einer Richtigstellung.

03.08.2021: Die Süddeutsche Zeitung spricht mit Orchesterleiter Burghard Tölke. Entstanden ist ein ziemlich launiges Interview.

03.08.2021: Zu den Artikeln vom 29. und 31.07.2021 druckt die Mainpost einen Leserbrief von Frank Esser, in dem er schreibt: "Es ist schäbig, wie man mit dem Kurorchester umgeht, das zu einem wichtigen Teil der Kurtradition beiträgt. Das muss sich jetzt schnell ändern. Es passt so gar nicht zum neuen Nimbus des Welterbes."

02.08.2021: Die Mainpost berichtet über das Echo der Orchester-Intervention in der Stadt.

31.07.2021: Der Bayerische Rundfunk berichtet über den Auftritt des Kurorchesters mit Warnwesten auf der Bühne beim Festakt Wir sind Welterbe und beleuchtet noch einmal kurz die Hintergründe. Die Mainpost informiert ebenfalls über den Festakt und greift im letzten Absatz die Aktion auf.

30.07.2021: Die DOV informiert in einer Pressemitteilung über die Intervention der Staatsbad Philharmonie Kissingen beim Festakt Wir sind Welterbe.

29.07.2021: Der Bayerische Rundfunk macht in einer Reportage auf die schwierigen Arbeitsbedingungen der Musikerinnen und Musiker aufmerksam (zum Nachhören und Lesen).

28.07.2021: Die Lokalzeitung Mainpost berichtet ausführlich über den Unmut im Orchester. Besonders bemerkenswert ist ein Beitrag von Radio Primaton aus Schweinfurth. Dem Sender gegenüber bezieht OB Vogel erstmals ausführlich Stellung.

27.07.2021: Der Bayerische Rundfunk berichtet erstmals über die Forderungen der Orchestermitglieder  (zum Nachhören und Lesen).

Guinness-Buch der Rekorde: weltweite Spitze bei Anzahl der Konzerte

Mit über 700 Konzerten im Jahr liegen die Musikerinnen und Musiker der Staatsbad Philharmonie Kissingen laut Guinness-Buch der Rekorde weltweit an der Spitze. Das ist nur mit viel Leidenschaft und Engagement möglich. Die Musikerinnen und Musiker tragen maßgeblich zum Kulturangebot in Bad Kissingen bei. Sie engagieren sich in der Musikvermittlung an Schulen und fördern den professionellen Nachwuchs an Musikhochschulen. Sie leisten einen wertvollen Beitrag zur lebendigen Kurtradition in Bad Kissingen und damit zur Anerkennung als Unesco-Welterbe.

Staatsbad Philharmonie Kissingen

 

Mit regelmäßigen Streaming-Konzerten ist die Staatsbad Philharmonie jenseits von Bad Kissingen weltweit für ihr Publikum präsent und Kulturbotschafterin der Region. Als letztes noch erhaltenes Ensemble in der Besetzung des großen Berliner Salonorchesters führt die Philharmonie diese besondere Tradition fort, damit auch kommende Generationen sie kennenlernen, schätzen und genießen können!

Die Musikerinnen und Musiker brauchen endlich faire Arbeitsbedingungen und eine gerechte Entlohnung

Dieses enorme Engagement muss sich auch lohnen. Doch die Vergütung der Mehrheit der Musikerinnen und Musiker liegt deutlich unter der niedrigsten tariflichen Vergütungsgruppe D. Die üblichen Tätigkeitszulagen werden ihnen vorenthalten, ebenfalls Rohr-, Blatt-, Saiten- und Kleidergeld. Sie erhalten auch keine regelmäßigen Tarifanpassungen.

Damit liegen die Einkommen der Orchestermitglieder deutlich unter den gängigen tariflichen Bezahlungen für professionelle Musikerinnen und Musiker.

Tarifverhandlungen seit Jahren überfällig

Die DOV hat als Gewerkschaft der Orchestermitglieder die zuständige Geschäftsleitung der Staatsbad Philharmonie zum ersten Mal im Jahr 2018 um Aufnahme von Tarifverhandlungen für das Orchester gebeten. Trotz mehrmals wiederholter Aufforderungen hat die Geschäftsleitung dies abgelehnt. Die Arbeitgeberseite bewegt sich seit mehreren Jahren nicht.

Deshalb sind die Musikerinnen und Musiker nun zu Arbeitskampfmaßnahmen gezwungen. Dabei werden sie von ihrer Gewerkschaft unterstützt.

Die DOV fordert für die Musikerinnen und Musiker des Orchesters:

  • Reform der Vergütungsstruktur
  • Gehaltsanpassung an eine tarifliche Einstufung
  • Einführung von Dienstaltersstufen
  • Einführung von materiellen Arbeitsbedingungen, die sich an den gängigen tariflichen Regelungen für Berufsorchester orientieren
  • Tarifierung von Instrumentengeldern für Haupt- und Nebeninstrumente sowie Aufwendungsersatz für Rohre, Blätter und Saiten
  • Reform des Urlaubs- und Reiserechts

#Weltrekord gibt‘s nicht zum Nulltarif!