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Warnstreik beim WDR bringt Durchbruch bei Tarifverhandlungen

26.09.2017 15:10

Arbeitgeber erfüllen Forderungen der Gewerkschaften

Für kämpferische Stimmung haben Musiker und Sänger vom Chor und Sinfonieorchester des WDR bei einem Warnstreik gesorgt. Am 22. September legten rund 450 fest angestellte und freie Mitarbeiter des Senders fünf Stunden ihre Arbeit nieder. Der Warnstreik traf alle Standorte des WDR. "Wir sind als Musiker im WDR genauso betroffen wie alle anderen Mitarbeiter", sagt Hans Reinhard Biere, DOV-Vorsitzender und Delegierter des WDR Sinfonieorchesters. "Deswegen streiken wir mit und lassen auch Aufnahmen ausfallen. In SWR, NDR und MDR gab es vernünftige Abschlüsse. Das sollte auch beim größten Sender der ARD möglich sein. Dafür kämpfen wir!"

Der Radiosender 1Live konnte sein geplantes Programm nicht senden; am Morgen übertrug er nur Musik. Das WDR Sinfonieorchester bestreikte eine geplante Aufnahme. Zu dem Ausstand hatten die Gewerkschaften DOV, ver.di und DJV aufgerufen, um ihre Tarifforderungen durchzusetzen. Obwohl die Verhandlungen an diesem Tag noch zäh waren, lenkten die Arbeitgeber ein. Die Gewerkschaften konnten Gehaltserhöhungen im gleichen Umfang wie beim NDR, SWR und MDR durchsetzen; insgesamt 4,55 Prozent.


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Selbstbewusste Arbeitnehmer: Mitglieder des WDR Rundfunkchors solidarisieren sich mit allen WDR-Beschäftigten und stellen der Verhandlungsführung ihre Lohnforderung in einem Lied vor   c DOV


Protestierende WDR-Beschäftigte zogen am Vormittag über die Fußgängerzone in die WDR-Arkaden. Angeführt wurden sie von Mitgliedern des WDR-Orchesters. Mit ihrer Musik sorgten sie maßgeblich für die hohe öffentliche Aufmerksamkeit. Später brachten Sängerinnen und Sänger des WDR Rundfunkchors die Forderungen direkt an den Verhandlungstisch.

Die Verhandlungen blieben trotz Streik hart und langwierig. Die WDR-Führung lenkte aber schließlich ein, sodass für die kommenden zwei Jahre ein vernünftiger Abschluss zustande kam. Das sind die Ergebnisse:
  • Zum 1. April 2017 werden die Gehälter rückwirkend um 2,2 Prozent erhöht. Damit wird das Gehalt für die zurückliegenden Monate zum ersten Mal in der Geschichte des WDR genau nachberechnet. Die Nachzahlung erfolgt im Dezember 2017.
  • Zum 1. April 2018 erfolgt eine weitere Erhöhung um 2,35 Prozent.
  • Zusätzlich gibt es eine Einmalzahlung von 200 Euro für den Verzicht von 0,42 Prozent bei den letzten Tarifverhandlungen vor zwei Jahren, der mit dem Abschluss bei den ARD-Betriebsrenten im Zusammenhang steht.


Der Abschluss ist vom Volumen her mit den Ergebnissen beim SWR, NDR und MDR vergleichbar.



Ein Video über den WDR-Warnstreik können Sie auf dem youtube-Kanal der DOV sehen.

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